Die Intensität der
Wetterradarechos ist nach der sog. "Radargleichung" proportional der
Niederschlagsintensität und umgekehrt proportional der Entfernung des
Niederschlagsgebietes. In die Gleichung gehen noch die Gerätekonstante, zB die Stärke des ausgesandten Impulses, die verwendete Wellenlänge (zwischen 3 und 10 cm) sowie ein mittlerer Wert für die Rückstreueigenschaft der
Regentropfen,
Schneekristalle und Eiskörner in der jeweiligen
Klimaregion ein. Die
Niederschlagsintensitäten werden in logarithmisch ansteigende Bereiche gegliedert: kleine Stufen für schwache, große Stufen für starke Intensitäten. Besonders deutlich sind konvektive Zellen (
CB) am Radar erkennbar infolge der größeren Tropfen (bis zu
Hagelkörnern) und der kreisförmigen
Wolkenstruktur (Draufsicht) sowie ihres meist isolierten Auftretens. Sog. Flächenniederschlag besteht aus meist kleinen Tröpfchengrößen und kann den ganzen Radarbereich ausfüllen, allerdings sind der Reichweite des Radarstrahls durch die Ausbreitungsdämpfung Grenzen gesetzt. Weiter entfernte Echos werden durch die Entfernungsdämpfung nicht in ihrer tatsächlichen Intensität wiedergegeben. Höher gelegene Stationen erfassen natürlich keine
Niederschlagsgebiete oder
Gewitterwolken, die sich unterhalb der Stationshöhe befinden. Ferner werden infolge der Krümmung der Erdoberfläche bei weit entfernten
Gewitterwolken nur deren obere Teile vom Radarstrahl ("Radarhorizont") erfasst. Auch die atmosphärische Brechung des Radarstrahls muß natürlich berücksichtigt werden, kompensiert aber erfreulicher Weise zum Teil den nachteiligen Effekt der Erdkrümmung. Bei der Interpretation von Radarbildern ist also Vorsicht geboten.